Undercoming Covid

Photo reportage commissioned by the Künstraum Oberwallis.

November/December 2020. Brig-Glis, Valais, Suisse.

Four people dedicated to the arts and public services in Brig-Glis. Their thoughts and impressions in times of pandemic.

“Ich bin bildende Künstlerin. Ich arbeite meist 2 dimensional, malerisch-zeichnerisch. Der Grossteil meiner Arbeit geschieht im Atelier. Manchmal arbeite ich auch draussen. (Skizzen, Landart)

Um meine Arbeiten zeigen zu können oder für gemeinsame Projekte bin im Austausch mit Kollegen und Kuratoren etc.”

Elisabeth f.

“Die Arbeit im Atelier war ungestört, ich musste jedoch meine Arbeitszeiten mit meiner Familie, die intensiver zuhause war (Homeoffice, Homeschooling) neu abgleichen.

Der Teil meiner Arbeit, der mit Projekten und Ausstellungsvorbereitungen zu tun hatte, war grösstenteils lahmgelegt. Die Ausstellungen konnten nicht stattfinden, oder ohne öffentliche Vernissage oder wurden verschoben und wieder verschoben. Ein paar Projekte coronatauglich oder für bessere Zeiten sind in Vorbereitung. “

“Um mit den Kollegen Kontakt zu halten und sehen zu können, woran sie arbeiten, habe ich mich neu auf Instagram und Facebook eingeschrieben.

Aber echte Begegnungen ziehe ich bei weitem vor.”

“Meine Arbeit im Atelier ist ein so wichtiger Teil meines Lebens, dass sie unabhängig von einer Schwierigkeit im gesellschaftlichen, öffentlichen Leben ist. Ja sie profitiert von der grösseren Gleichförmigkeit und Ruhe des Alltags der Coronazeit.

Noch nie habe ich jedoch die Rolle der staatlichen Institution und Wertvorstellung der machthabenden Menschen so gut gespürt. Sparsamkeit vor Gesundheit? Muss man die Wirtschaft  oder die Menschen eines Landes schützen?!”

“Die Notwendigkeit zur Veränderung ist derart gross, mit der tickenden Uhr der Klimaerwärmung dazu, nicht jetzt, wann denn?

Im kleineren Rahmen, gehe ich ernüchtert aus dieser Zeit, was die Führung unseres Land betrifft.”

Brig, Valais, Suisse. December 2020

“Der Schwerpunkt bei mir ist die Verarbeitung von Massivholz mit natürlicher Oberflächenbehandlung und beim Innenausbau baubiologische Materialien zu verwenden. Weil ich alles selber mache, von den Kundengesprächen bis zur Produktion und Montage, ist dies sehr ganzheitlich.”

david S.

“Es gibt sehr verschiedene Tätigkeiten meiner Arbeit. Vom Möbelbau bis zum Innenausbau von Wohnungen, wie z.B Bodenaufbauten, Wärmedammung usw.

Manche Jahre mache ich mehr Innenausbau, andere Jahre mehr Möbel.

Zurzeit habe ich Treppengeländer aus Tannenholz hergestellt und anschliessend stelle ich Hochbett aus Arvenholz her.”

“Bei dem ersten Lockdown habe ich glücklicher Weise sehr viel Arbeit gehabt, so ist mir diese Zeit an mir vorbeigerast. Weil ich auch Hausmann bin, musste ich auch diesen Bereich abdecken. Beide Kinder waren im Homeschooling. In dieser Zeit war schönes Wetter und dann haben wir die Turnstunde mittels Velofahrten und Jogging ausgeübt.”

“Da ich nur ein Einmann-Betrieb bin, konnte ich meine Tätigkeiten fast normal ausüben. Meisten waren mir gegenüber höchstens zwei Personen. Die Abstand-Regel war einfach einzuhalten.

Es war trotzdem eine ziemlich unnatürliche Angelegenheit.”

“Als das Virus in der Schweiz angekommen war, hatte ich ein wenig Angstzustäde um die Zukunft.

Was, wenn ich mich an diesem Virus erkranke? Ueberstehe ich dieses Virus?

Diese Gedanken, weil meine Kinder erst 9 und 13 sind. Die Frage ob ich genug Arbeit habe?

Mittlerweile mache ich mir diesbezüglich weniger Gedanken. Arbeit habe ich zurzeit genug und meine Partnerin arbeitet ja auch.”

“Die Krise hat auch gute Seiten, man schätzt das grundlegende, einfache mehr.Reduction to the maximum. Klimamässig finde ich es super, es wird wenig geflogen, mehr Velo gefahren usw.

Das zwischenmenschliche hat arg gelitten, vorallem für die jungen Leute. Auch für mich, die Distanzen sind mir zu lang.

In zwei Jahren wird es wahrscheinlich gleich weiter gehen wie vor der Krise. Voraussetzung für das ist, ob genug finanzielle Ressorcen vorhanden sind. Ich hoffe, dass es weniger sind.”

Brig, Valais, Suisse. November 2020

“Ich bin im Bereich der Integration tätig. Wir informieren ausländische Neuzuzüger im Bereich Sprache, Arbeit, Gesundheit und allen Dingen, die das tägliche Leben betreffen. Fremdsprachigen helfen wir bei der Suche nach einem passenden Deutschkurs. Ausserdem organisieren wir Aktionen gegen Rassismus. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir Ansprechperson für die ausländische wie auch die inländische Bevölkerung in allen migrationsspezifischen Fragen sind.”

silvia e.

“Im Frühling wie auch jetzt im November wieder arbeiten wir zum grössten Teil im Homeoffice. Wichtige Termine sind auf Anfrage möglich. Dabei gilt die Maskenpflicht im Büro. Covid-19 macht es für uns schwierig, die ausländische Bevölkerung zu erreichen. Auf unserer Internetseite und auf unserem Facebook Account informieren wir über die aktuelle Situation und verlinken dabei Seiten, auf denen die Informationen in möglichst vielen Sprachen zugänglich sind. Wir mussten zweimal unseren Stammtisch absagen, bei dem wir mit anderen Institutionen zusammenkommen, um über migrationsspezifische Themen zu informieren.”

“Wichtige Termine haben wir auch während Covid-19 stets durchgeführt. Ansonsten haben wir viel über E-Mail oder Telefon gemacht. Die Information war stets gewährleistet.”

“Bei der Arbeit hatte ich Sorge, dass ich nicht alle in genügender Form erreichen kann und dass sich manche isoliert und alleine fühlen oder nicht wussten, wo sie sich über die Situation informieren können. Persönlich habe ich für mich den Ausgleich gesucht. Da ich gut auch für einige Zeit alleine sein kann, hat es mir in dieser Hinsicht nicht viel ausgemacht. Ganz im Gegenteil, habe ich versucht die Ruhe zu geniessen und mich viel und oft mit Yoga und Meditation beschäftig.”

“Im Frühling konnte man eine grosse Welle der Solidarität spüren. Jetzt im November spüre ich davon leider nicht mehr soviel. Dennoch hoffe ich, dass bei den Menschen ein Bewusstsein für das kollektive Miteinander bleiben wird und Solidarität in Zukunft einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommt.”

Brig, Valais, Suisse. November 2020

“Der Unterhalt und die Betreuung vom Stockalperschloss beinhaltet die Reinigung, die Haustechnik, Reparaturen, Dienstleistungen für den Verwaltungsbetrieb der Stadtgemeinde Brig-Glis und die Begleitung von Anlässen.”

andy l.

“Die Covid Krise hat viel verändert auf die Arbeit. Vor allem laufend die angegebenen  Schutzmaßnahmen umsetzen. Es finden zusätzliche Reinigungen statt. Die Intervalle wurden erhöht und es muss zusätzlich desinfiziert werden. Schutzmaterial für Mitarbeiter in der Verwaltung bereit stellen und immer an Lager haben.Arbeitsplätze haben wir umgestellt, damit die Abstände eingehalten werden. Der Betrieb der Gemeindeverwaltung muss weiterlaufen. Da besteht keine Möglichkeit von Home-Office.”

“Während der Arbeit hat man arbeitsbedingt Kontakt zu den Arbeitskolleginnen und Kollegen. Man muss es einfach auf ein Minimum beschränken. Auch die Pausen werden gestaffelt durchgeführt.

Der Soziale Kontakt leidet schon darunter.”

“Das ganze macht einem Große Sorgen und es stellt sich die Frage, ob es je wieder so wird, wie vor der Pandemie.”

“Die Natur wird immer stärker sein. Sie schlägt immer wieder zurück. Ich glaube die Bevölkerung fällt wieder in das alte Muster zurück, wo alles immer schneller Funktionieren muss und jeder seine persönlichen Ziele ohne Verzicht verfolgt. Dies hat man deutlich nach dem ersten Lockdown beobachtet. Die Vorsicht hat sehr schnell nachgelassen. 

Nach dieser zweiten Welle, muss jeder zwingend seinen persönlichen Beitrag leisten, damit es nicht so weiter geht. Alles einfach nicht übertreiben, sondern mit Maß genießen damit  die Arbeitsplätze nicht gefährdet sind.”

Brig, Valais, Suisse. November 2020